Sankt Englmar                                   Luftbild Laumer

St. Englmar 2016

Am Fuß des über 1000 m hohen Predigtstuhls breiten sich ziemlich flächenverbrauchend die Häuser des Bayerwalddorfes aus. Einst abgelegen, dem rauen Klima ausgesetzt, wandelte sich St. Englmar ab den 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts zum Haupttourismusort des vorderen Bayerischen Waldes. Skilifte am Predigtstuhl und Pröller, Langlaufloipen zum Hirschenstein und geräumte Wanderwege machen den Luftkurort für Wintersportler attraktiv, wenngleich in den letzten Jahren mit Schneekanonen immer mehr nachgeholfen werden musste.

Kirche englmar 2016

Der Ortsname leitet sich von  Engelmarus ab. Das war ein Einsiedler, der im Winter des Jahres 1100 von seinem Diener erschlagen wurde. 1188 wurde der fromme Mann selig gesprochen. 1296 wurde eine erste Pfarrei gegründet, und der erschlagene Einsiedler fand in der Folgezeit reges Interesse. Der Ort entwickelte sich zu einer Wallfahrtsstätte. 
Der Brauch des "Englmarisuchens" wird heute noch gepflegt. Jährlich am Pfingstmontag wird - schon als Tourismusattraktion - von den Einwohnern der Gemeinde in einem religiösen Schauspiel die Einholung des Ortspatrons  dargestellt.
Hotels 2016
Auch das ist St. Englmar. Hotels und Ferienwohnkomplexe wurden in der Boomphase in die Landschaft geklotzt. 

Heute versucht man es mehr mit sanftem Tourismus, preist die Wälder ringsum als malerisches Naturparadies und wirbt mit Wellness- und Aktivurlaub im Sommer, wie im Winter.

Man muss dem verwöhnten Urlauber aber weitere Attraktionen bieten: Sommerrodelbahn im nahen Grün, einen Waldwipfelpfad praktisch gegenüber bei Maibronn.

 

Das nächste Luftbild zeigt die Westseite des 1048 m hohen Pröller mit Kinglbach und Grün.

Pröller 2016

Die Schneise am Egidiberg schlug man in den 60er Jahren für einen Skilift. Ob der Kürze der Bahn wenig attraktiv, wurde er 15 Jahre später wieder stillgelegt. Stattdessen setzte man auf Sommergäste, baute eine Rodelbahn - heute sind es zwei - mit 1000 m Länge und fügte weitere Erlebnisbauten hinzu. 
Freizeitparadies St. Englmar - nennt man so  einen "Remidemi" was heute.

Rodelbahn 2016
Waldwipfelweg 2016 Praktisch gegenüber dem Freizeitparadies St. Englmar entstand der Waldwipfelweg Maibrunn.

In luftiger Höhe - bis 30 m - erlebt der Besucher den Wald aus einer ihm fremden Position. Dabei bieten sich schöne Ausblicke auf die umliegenden Berge des Bayerischen Waldes.

Was aus der Luft aussieht wie ein Wasserbecken, ist das "Haus am Kopf", ein Haus das tatsächlich auf dem Dach steht. Wer darin rumgeht, soll sich nicht über Schwindel und Kopfweh hinterher wundern.

 zur Übersicht Orte in Bayern