Zettlitz
Barbaraberg
Luftbild Laumer

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Fährt man ab der
Kreuzung der Bundesstraßen 299 und 470 bei
Pressath auf letzterer vier Kilometer nach Westen, so erreicht
man die Abzweigung nach dem dann nahen Zettlitz. Es gehört zur
Gemeinde Speinshart.
Eine
geschichtsträchtige Gegend. Man hat Gegenstände und bearbeitete
Steine auf den Feldern ringsum gefunden, die Zeugnis einer frühen
Besiedlung durch Kelten sind. Auch die Hunnen sind angeblich hier
durchgezogen. Eher in das Reich der Sage ist der Untergang einer
"großen" Stadt einzuordnen. Die Stadt Mirga (Mircha bey
Speinshard) Residenz des Fürsten der Narisker soll bei einem
Vulkanausbruch des Rauhen Kulm untergegangen sein. Faktisch sicher
falsch, denn der letzte Ausbruch liegt Millionen Jahre zurück.
Eher scheint schon glaubwürdig, dass die Schweden die Burg dazu
im Dreißigjährigen Krieg zerstörten. |
Barbaraberg
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Kaum einen Kilometer nördlich
des Klosters Speinshart erhebt sich ein kleiner, unscheinbarer 520 m
hoher Berg, der Barbaraberg. Noch nicht endgültig bewertete Funde
belegen, dass hier schon in vorgeschichtlicher Zeit Menschen hausten
bzw. ihn als Kultstätte nutzten.
Skelettfunde belegen einen slawischen
Friedhof.
Christen bauten im frühen
Mittelalter dann eine erste Kapelle auf den Berg. Im 14. Jahrhundert
sollen wie eine andere Quelle beschreibt, bereits viele Gläubige
zum Beten auf den Barbaraberg gezogen sein. |

| Doch erst 1508 ist eine "capella sancte Barbare
in monte" urkundlich belegt. Die Kirche, die Gebäude und die
Ländereien sind eng mit der Geschichte des Klosters Speinshart
verbunden.
Als im Zuge der Reformation das
Kloster 1556 aufgelöst wurde, verfiel auch die Kirche auf dem
Barbaraberg. Erst gut 100 Jahre später wurde eine Kapelle an
alter Stätte wieder aufgebaut.
Im 17. und vor allem im 18.
Jahrhundert kam die Wallfahrt ganz groß in Mode. In vielen
Wallfahrtsorten wurden die Kapellen großzügig ausgebaut.
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Das florierende Geschäft
mit den Gläubigen ließen sich die Herren von Speinshart, seit 1669
wieder in "Amt und Würden" und Besitz, natürlich nicht
entgehen.
1741 ließ der Abt die Kapelle
abreißen und durch einen repräsentativeren Bau ersetzen. Aus
finanziellen Gründen dauerte es doch einige Jahrzehnte bis die
barocke Innenausstattung fertig gestellt werden konnte.
Links: So sieht die Kapelle auf dem
Barbaraberg heute aus. Die Westfassade allein zeugt noch von
einstiger Pracht. Über sie hat man Zutritt zur bescheidenen Kapelle. |

| 1803 kam die
Säkularisation. Kloster Speinshart wurde aufgelöst. Die
Wallfahrtsstätte auf dem Barbaraberg verfiel. Die Gebäude wurden
verkauft, der Haupttrakt selbst noch landwirtschaftlich genutzt,
die Inneneinrichtung wie Altäre an andere Kirchen
"verscherbelt". Schäden am Dach zwangen schließlich
zum Abriss des Kirchenschiffs.
1919 erwarb der Münchener
Domkapitular Hartwig die Liegenschaft und ließ die heutige
Kapelle errichten. Die Westfassade wurde 1977 nochmals renoviert
und lässt die einstige Pracht in etwa erahnen. Barbaraberg
gehört heute wieder zum Kloster Speinshart.
Im Westen der
Oberpfalz gibt es eine weitere Ruinenkirche, das Klosterruine von Gnadenberg. |
Am
Fuße des Barbaraberges findet jedes Jahr im Sommer ein besonderes
Spetakel statt: die 24 Stunden Rennen von Speinshart.
Leider muss wegen Unstimmigkeiten mit einem der Pächter des
Geländes das Event seit 2011 abgesagt werden. |
Die Motorsportver-
anstaltung hat inzwischen so was wie einen Kultstatus
erreicht. Wohl einmalig auf der Welt kämpfen auf einem
Gelände-Rundkurs 24 Stunden lang Zweiradteams um den Sieg.
Besonders dabei, startberechtigt sind nur Mofas, also 50 ccm
Maschinen bis 50 km/h. |
Seitenthal
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Am Westfuße des
Barbaraberges liegt Seitenthal.
Es gehört zur Gemeinde Speinshart. |

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