Schloss Neidstein                               Luftbild Laumer 

Neidstein Wälder 2011

So stellt man sich doch ein verwunschenes Schloss vor, umgeben von dunklen, von Elfen, Zwergen und Hexen bewohnten Wäldern, in unendlicher Einsamkeit, ohne Zugang für Normalsterbliche. 
Schloss Neidstein kommt diesen Attributen nahe. Was noch fehlt ist eine undurchdringliche Rosenhecke und ein Prinz. Letzteren glaubte man gefunden zu haben, als der amerikanische Filmschauspieler Nicolas Cage 2006 das Schloss kurz entschlossen kaufte. Doch anders als im Märchen, erweckte er es nicht zu neuem Leben. Bereits im Frühjahr 2009 war seine Begeisterung zu Ende. Er verkaufte es wieder, an seinen Berater, einen Oberpfälzer Rechtsanwalt. Man war  skeptisch, was dieser Schlossbesitzer machen würde. Aber musste nicht auch Dornröschen 100 Jahre warten und manch Freiers Versuch zur Rettung war vergeblich?
Neidstein bei Etzelwang war im Mittelalter eine Burg, die um 1240 erstmals durch seinen Besitzer Rupertus von Nietstein urkundlich erwähnt wird. 
Später ging sie in den Besitz der Wittelsbacher über. 
1466 verpfändeten sie die Burg an einen Hans Prantner (Brand). 

1513 baute Jobst von Brand nach der Zerstörung der Burg 1504 im Landshuter Erbfolgekrieg etwas unterhalb ein Schloss, eine etwas   bequemere Behausung als das alte, feuchte und zugige Gemäuer auf der Bergkuppe. 
Auf dem Berggipfel befinden sich heute noch Reste der mittelal-
terlichen Burgmauern.

Und die Freiherren von Brand waren all die Jahrhunderte hindurch Besitzer. 1860 erfolgte noch eine größere Umgestaltung.

Schloss Neidstein 2015

Erst 2006 verkauften sie Schloss Neidstein. Dieser Verkauf schlug v. a. in der Regenbogenpresse hohe Wellen, war doch der neue Besitzer - für angeblich knapp zwei Millionen Euro - der mit einem  Oskar ausgezeichnete Hollywood Schauspieler Nicolas Cage.

Schloss Neidstein 2013

Neidstein 2016

Geplant war eine gründliche Renovierung der verlassenen Gemäuer, damit der neue Besitzer diese Anlage dann während eines Kurzurlaubs hätte nutzen können. Auch die Inneneinrichtung hätte komplett neu angeschafft werden müssen. Das historische Inventar war in alle Welt versteigert worden.

Nach Plan sollte die Renovierung bis 2010 so weit fortgeschritten sein, dass der Schlossherr standesgemäß hätte einziehen können. Dazu kam es nicht ansatzweise.

Der neue Besitzer hat 2011 einen vielversprechenden Anfang gestartet. Inzwischen sind die umfangreichen Renovierungen nahezu abgeschlossen.

Die wieder zugänglichen Räumlichkeiten können für Trauungen und private Feierlichkeiten gemietet werden. Also doch eine gute Wendung für das Schloss.

Weit weniger gut erhalten sind die Burganlagen von Rupprechtstein und Hauseck ganz in der Nähe.

 

Nun, ganz so einsam wie auf den obigen Luftbildern liegt Schloss Neidstein dann doch nicht. 

Am Fuße des Berges liegen Tabernakel und Albersdorf. Und in der anderen Richtung sind es bis Etzelwang bzw. Neukirchen weniger als zwei Kilometer.

 

Neidstein 2013
Tabernakel 2015

Tabernakel  

Der Name Tabernakel hat nichts mit dem Aufbewahrungsort für das Allerheiligste in Kirchen zu tun. Vielmehr leitet er sich von Taubeere ab, ein alter Begriff für Blaubeere und "Nackel" (mittelhochdeutsch "knock" für Hügel.

Die Ableitung von Tabernakulum, was soviel wie Nebengebäude bedeutet, ist gleichfalls möglich. Damit wäre wahrscheinlich ein Nebengebäude des Schlosses Neidstein gemeint.