Reichenau                            Luftbild Laumer

Reichenau 2011

Wo die Straße endet und man zur Weiterfahrt umkehren muss. Reichenau liegt direkt an der tschechischen Grenze im Osten. Und im Westen und Norden schließen die Wälder um den Waidhauser Sulzberg die Rodungsinsel ab.
Früher war es ein langer Fußmarsch bis zum nächsten Dorf nach Frankenreuth bzw. Waidhaus, oder ins böhmische Neuhäusl wollte man aus der Abgeschiedenheit heraus. Das kam aber selten vor, denn man hatte alles selbst im Dorf: Kirche, Schule, Kramerladen und ein Wirtshaus.

Um 1585  wurde nachweislich die erste Glashütte errichtet. Pottasche und Holzkohle, sowie Quarzsand waren als Rohstoffe vorhanden. Die Wasserkraft nutze man zum Antrieb der einfachen Maschinen. Als Selbstversorger musste man die Flächen ringsum roden und landwirtschaftlich nutzen. 

1697 wurde die Glashütte aufgegeben. Im 19. Jh. versuchte man es mit der Herstellung von Holzlöffeln. Schlimme Zustände herrschten in den ersten Jahren nach 1945, als sich ein Flüchtlingsstrom über die Dörfer an der Grenze ergoss.

Zu Zeiten des Eisernen Vorhangs bestand in Reichenau eine  "wichtige" Station der Grenzaufseher. Diese gab es allerdings auch schon früher, nicht umsonst, denn geschmuggelt haben die Reichenauer schon von jeher. Nicht aus Profitgier, sondern einfach aus der Not heraus. Das bisschen Landwirtschaft ernährte die oft große Familie mehr schlecht als recht.

Reichenau Kapelle 2010 Bis 1931 mussten die Reichenauer Jahrhunderte lang nach Neuhäusl zur Kirche gehen. Erst jetzt konnte der 1928 in Zeiten der großen Rezession begonnene Bau der kleinen Kirche "St. Johannes der Täufer"  fertig gestellt werden.

Großes Engagement der Dorfgemeinschaft erforderten die Renovierungen.

Reichenau gehört zur Gemeinde Waidhaus.

Reinhardsrieth
Reinhardsrieth 09 Auf der Westseite des Sulz- berges bei Waidhaus liegen vereinzelt und früher ziemlich einsam einzelne Bauernhöfe und Weiler. Der Blick schweift hier von Süd nach Nord. Am rechten Bildrand erkennt man Berghaus, in der Mitte Reinhardsrieth. Jenseits des Waldes liegen verstreut Siedlungen der Gemeinde Georgenberg. Wer auf  Wanderungen die Einsamkeit sucht - hier kann man sie finden, im Land an der Grenze

Reinhardsrieth 2012

Gehen Sie durch das Naturwaldreservat am Pleysteiner Sulzberg - im Luftbild rechts ist der Westhang noch zu sehen - hinauf auf den 755 m hohen Gipfel. Am besten am Karfreitag, wenn die Kirchenglocken schweigen, dann werden Sie, wenn in der Waidhauser Kirche gerade Wandlung ist, den Eingang zu einer Höhle mit großen Schätzen entdecken. So jedenfalls die Sage. Tatsächlich wurde im 16. Jahrhundert dort - angeblich - Gold geschürft.

Oder wie wäre es, dieses Land vom Rücken eines Pferdes zu erkunden? Organisierte Ausritte gibt es ab Berghaus - oder Sie genießen die weiten Ausblicke und eine anschließende Einkehr mit dem Mountainbike.

Guteneck