Dreifaltigkeitskirche Kappl  (Kappel)                          Luftbild Laumer 

Kappl 07

In dieser Abgeschiedenheit  verbirgt sich eine der größten Kostbarkeiten des Oberpfälzer Waldes: die Dreifaltigkeitskirche  "Kappl". Wohl keiner kann sich der Faszination dieses barocken Kirchenbaues entziehen. Doch auch der Blick in die Weite der Landschaft fesselt. Im Luftbild links die Ortschaft Münchenreuth. Der blaue Fleck am oberen Bildrand ist der Stausee bei Eger (Cheb) in Tschechien.

Kappl 08

Auf dem 628 Meter hohen Glasberg, vier Kilometer nördlich von Waldsassen, steht die Wallfahrtskirche der "Heiligen Dreifaltigkeit", die "Kappel". Die Wallfahrt dorthin ist bereits 1527 urkundlich bezeugt.
Kappl 07

Und zu einem Wallfahrtsort gehört auch ein Ort der Stärkung. Gleich nebenan befindet sich, natürlich muss man sagen, ein stattlicher  Gasthof. Der Parkplatz ist allerdings ein Zugeständnis an unsere gehfaule Zeit. 

Früher befand sich dort nämlich ein Weiher. Auf alten Postkarten kann man diese zusätzliche Idylle noch bestaunen.

Der Kirchenbaumeister Georg Dientzenhofer schuf mit der "Kappel" (1685 - 1689) ein "Werk wie es die Welt noch nie sah". Die Kirche ist eine der bedeutendsten Barockrundbauten Deutschlands.

Die Dreieinigkeit, die Trinität, ist hier Stein geworden. Die barocke Innenausstattung fasziniert jeden Besucher, gleichwohl die einmalige Architektur des Gesamtkomplexes einen in Bann zieht, wenn die Kirche nach der Durchfahrt des Waldgebietes von Waldsassen her plötzlich auftaucht. 

Der Ursprung dieser Wallfahrtskirche geht auf die Entstehungszeit des Klosters Waldsassen um 1133 zurück. 

Viehhirten brachten an einem Baumstamm ein Bild der Heiligen Dreifaltigkeit an, dem man bald Wundertätigkeit zuschrieb.

Zum Schutz des Bildes baute man eine Holzkapelle. Der wachsenden Zahl der Pilger wurde Abt Daniel um 1150 durch den Bau einer würdigen Wallfahrtskirche gerecht.

In den Hussitenkriegen und im Landshuter Erbfolgekrieg wurde sie jeweils zerstört, doch die gläubige Bevölkerung baute sie wieder auf.

Als um 1560 der protestantische Glaube auch im Stiftland Einzug hielt, verfiel die Kirche.

Erst in der Folge der Rekatholisierung und nach überstandenem Leid des Dreißigjährigen Krieges dachte man an einen Neubau.

Kappl 08

Und die Oberpfalz hat noch eine kleine Kappl.

Einen Kilometer weiter nordöstlich kann man die nördlichste Pfarrkirche der Oberpfalz in Münchenreuth besichtigen.

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