Thurndorf                          Luftbild Laumer  

 Thurndorf 2013

Ganz im Nordwesten der Oberpfalz im Landkreis Neustadt liegt die gut 400 Einwohner zählende Ortschaft Thurndorf. Verwaltungsmäßig gehört man zum Markt Kirchenthumbach

1121 taucht Thurndorf erstmals in der belegten Geschichte auf. Besiedelt war das Gebiet schon seit dem 5. Jahrhundert,  zunächst durch slawische Wenden.

Thurndorf 2014

Thurndorf mit 450 Einwohnern bietet ein intaktes Ortsbild mit der Pfarrkirche St. Jakobus im Mittelpunkt.

Kirche Thurndorf 2014

Im Mittelalter stand hier eine kleine, romanische Burgkapelle, die später im 14. Jahrhundert zu einem gotischen Gotteshaus erweitert wurde. Die heutige Form erhielt die Kirche 1814 bei einer  Erweiterung. 
Durch mehrere Renovierungen, zuletzt im Jahr 2011, ist das Gotteshaus in bestem Zustand.

In Turm hängt die älteste Kirchenglocke Bayerns, die nach ihrer Gussform als Theophilusglocke bezeichnet wird. Sie hat allerdings nur einen Durchmesser von 36 cm, bei einer Höhe von 40.

 Die Inschrift zeigt, dass ein gewisser "Wolfger" sie gegossen hat, ohne das Jahr anzugeben. Aus dem Namen kann aber auf ein Alter von nahezu 1000 Jahren geschlossen werden.

Die Neugestaltung des Kirch-/Dorfplatzes 2004 wertete den Ort in seiner Geschlossenheit nochmals auf. Dabei wurden auch die spärlichen Reste des Bergfrieds einer mittelalterlichen Burg erfasst und konserviert - am Rand des Friedhofs. Sicher, neben Neukirchen Heiligblut, die kleinste Burgruine der Oberpfalz. Weniger geht nicht!

Kalvarienbergkapelle

Oberhalb Thurndorf auf dem 642 m hohen Kalvarienberg, der schon im 19 Jh. Geometern als trigonometrischer Anhaltspunkt diente, steht diese Kapelle. Über ihrem Portal ist die Jahreszahl ihrer Grundsteinlegung eingemeiselt: 1752

Um Geld für eine baldige, notwendige Erweiterung zu bekommen, stellte Papst Clemens XII. 1762 sogar ein Ablassschreiben aus. Damit dürfte die Kalvarienbergkapelle damals eine vielbesuchte Wallfahrtsstätte gewesen sein. Heute finden im Sommer noch einige Gottesdienste statt.

1969 wurde die Kapelle gründlich ausgeraubt und drohte zu verfallen. Erst eine Renovierung in den 80er Jahren rettete dieses Kleinod.

Nur 400 m weiter nördlich auf dem Weg nach Heinersreuth liegt mitten im Wald eine weitere beachtenswerte, frühere Wallfahrtskirche.

Wallfahrtskirche Laurentius zu Weißenbrunn

Laurentius 2014

Weißenbrunn 2014

Zwischen Thurndorf und Neuzirkendorf in einer  Senke liegt, nahezu hinter Bäumen verborgen bei der Einöde Putzmühle, die Wallfahrtskirche zum heiligen Laurentius. 

Sie geht auf einen Bau im Jahr 1736 zurück. Erst  im Jahr 2000 kam der Zwiebelturmaufsatz dazu.

Die Geschichte dieses Kirchleins am weißen Brunnen weißt viele Höhen und Tiefen auf.

Laurenties Kirche 2011

Schon vor der erstmaligen historischen Erwähnung 1196 muss hier eine Kapelle gestanden haben, denn in dem Dokument wird der Wiederaufbau des verfallenen Gotteshauses belegt.

Um die Jahrhundertwende 1500 musste die verfallene Kirche erneut restauriert werden.
In der Reformationszeit verfiel sie praktisch bis auf einen Steinhaufen. Das Kloster Michelfeld betrieb um 1736 den Wiederaufbau. Nach kurzer Blütezeit brachte die Säkularisation den nächsten Verfall. Mehr halbherzig versuchte man das Kirchlein zu erhalten. Um 1930 musste das Gebäude sogar für Besucher ganz gesperrt werden. Erst 1948 begann man mit Erhaltungsarbeiten und restaurierte in den folgenden Jahren St. Laurentius zu dem, was der Besucher heute vorfindet.

Sassenreuth

Die rund 100 Einwohner des Dorfes gehören gemeindlich nach Kirchenthumbach.
Nicht durch Quellen, aber aus dem Ortsnamen ableitbar ist die Besiedlung dieser Gegend. Sachsen könnten als Siedler oder als Kriegsgefangene der Franken Rodungen angelegt haben. 

Vielleicht trifft das auch auf Sassenhof zu. Dieser Weiler liegt 27 km Luftlinie nordöstlich in der Gemeinde Krummennaab.

Guteneck