Flossenbürg                                   Luftbild Laumer

Flosenbürg 07

Hoch geht es hinauf in den Oberpfälzer Wald. Das Luftbild zeigt die über 700 m hoch gelegene Grenzgemeinde Flossenbürg von Westen. 

Burgruine Flossenbürg 2013

Im Dreißigjährigen Krieg steckten schwedische Dragoner 1634 die Burg in Brand. Sie wurde danach aufgegeben und verfiel zusehends. Das Material wurde als Steinbruch mit zum Hausbau verwendet. 
Sogar bis Weiden und Vohenstrauß (Schlossbau!)
wurden Steine transportiert.

Engagierte Bürger bewahrten die Ruine in neuerer Zeit vor dem endgültigen Verfall.

Der 300 Millionen Jahre alte Granitfels des Schlossberges gehört ganz offiziell zu den 100 schönsten Geotopen in Bayern. 

Nach dem Kreuzberg in Pleystein und dem Basaltkegel in Parkstein ist der Schlossberg mittlerweile das dritte ausgezeichnete Geotop im Landkreis Neustadt.

Vom sonnigen Burghügel bietet sich eine herrliche  Aussicht nach Westen über den Oberpfälzer Wald - wunderschön zu jeder Jahreszeit.

Geschichte hat Flossenbürg reichlich zu bieten: 948 wurde die Ansiedlung zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Die Feste, um 1100  vom Grafen von Sulzbach als "castrum flozzen" erbaut, kaufte der Kaiser Barbarossa als Burg 1188. Im Laufe der Geschichte wechselten die Besitzer mehrmals..

Flossenbürg 2011

Flossenbürg 2011

Im Dritten Reich befand sich am östlichen Dorfrand von 1938 bis 1945 ein Konzentrationslager.

KZ Flossenbürg 2013

Über 100.000 Menschen aus vielen Nationen waren hier und in mehr als 100 Außenlagern (bis Ansbach!) inhaftiert. 30.000 überlebten die schikanösen Bedingungen und den Terror nicht. 

Ab Juli 1945 richteten die Amerikaner ein Internierungslager für SS-Angehörige ein, das bis 1946 bestand.

Danach begann man den grausigen Ort als Gedenkstätte zu gestalten. Ein KZ-Ehrenfriedhof besteht auf dem Gelände. 
Heute werden einzelne noch erhaltenen Gebäude und Anlagen wieder in den Originalzustand gebracht und punktuell ausgebaut. 
Eine Dauerausstellung informiert den Besucher über Hintergründe und die Geschichte.

ev. Kirche 11
Lang zieht sich das Dorf die Straße hoch.

Auch Flossenbürg besitzt, wie viele Gemeinden der Umgebung, zwei Kirchen. Beide sind dem heiligen Pankratius geweiht.

Das obere Luftbild zeigt die 2007 renovierte evangelische Pfarrkirche. 
Ihre Grundsteinlegung geht auf das Jahr 1716 zurück. Unter großen Anstrengungen erbauten sich sowohl Katholiken als auch Protestanten ein neues, gemeinsames Gotteshaus, ganz in der Nähe des alten baufälligen. 
Über 200 Jahre teilten sich die beiden Konfessionen die Kirche.

Erst 1959 erhob der Regensburger Bischof die Expositur Flossenbürg zur selbständigen Pfarrei.

1915 schließlich feierten die Katholiken die Grundsteinlegung ihres eigenen Gotteshauses. 
Zwar konnte man trotz Weltkrieg bereits 1916 in ihm Gottesdienst feiern, eine eigenständige Pfarrei war man immer noch nicht. Man gehörte zur Pfarrei Floß. Ein Kooperator war von dort zugeteilt. 

Gaisweiher 2013
Der ortsnahe Gaisweiher bietet ein Naturbad und einen Campingplatz. 


Die Granitindustrie spielt heute nur mehr eine untergeordnete Rolle. Man setzt viel mehr auf Fremdenverkehr und lobt die ausgedehnten Wälder ringsum als Wanderparadies. Im Winter bietet die nahe Silberhütte ein wirklich ausgezeichnetes Loipennetz für den Skilangläufer rund um den gut 900 m hohen Entenbühl. Die Straße dorthin verdient, ob ihres maroden Zustandes, allerdings kaum diese Bezeichnung. Sie wird aktuell ausgebaut.

Neben dem Steinbruch verläuft die Schneise eines Skihangs mit Schlepplift. Der Wurmstein bietet eine kurze, durchaus anspruchs-
volle Abfahrtspiste. Leider liegt meist zu wenig Schnee für eine längere Betriebszeit im Winter.

Eine ebene Fläche findet sich in Flossenbürg kaum, sieht man mal vom schmucken Fußballplatz am Fuße des Burgfelsens ab. 

Gaisweiher 10

Fußball Flossenbürg 2013

Wegen der kuppelartigen Form gehört der Schlossberg zu den bekanntesten Geotopen. Vom Sportplatz aus erkennt man besonders schön die mehr oder weniger parallel zur Oberfläche verlaufenden Klüfte  Bei der Erosion ist das Gestein vorwiegend flächenartig abgeplatzt. Dadurch blieb die kuppelförmige Gestalt erhalten. Das berühmteste Beispiel für einen derartigen Granitdom ist übrigens der Zuckerhut in Rio (Brasilien).

Und das ist Flossenbürg im Winter. Blick über den Ort Richtung Altglashütte und Silberhütte.

Flossenbürg im Winter 07

Luftbilder von (4/7) Ortsteilen der Gemeinde       Altenhammer - Hildweinsreuth - St. Ötzen