Bärnau                               Luftbild  Laumer  

Bärnau 2013

Eingebettet in die sanfte Hügellandschaft des nordöstlichen Oberpfälzer Waldes zeigt sich die älteste Stadt im Landkreis Tirschenreuth im Frühlingsgewand, direkt an der Grenze zum Nachbarland Tschechien.

Bärnau 2012

Der Ort besitzt Stadtrechte seit dem Jahr 1343. 1297 nannte man die Ansiedlung "Pernowe", wasserreiches Wiesenland des Pero. Auch von althochdeutschen "bero" (Bär) leitet man den Namen her.  
Knopfstadt ist ein neueres Attribut, denn mehrere Fabriken stellten Knöpfe aller möglichen Couleur in Millionen her. 
Doch inzwischen wird weit im Osten billiger produziert. Nur mehr das sehenswerte Knopfmuseum informiert über den einst blühenden Industriezweig.

Geschichtspark 2014


Ein touristischer Anziehungspunkt ist der am Rand der Stadt 2011 eröffnete Geschichtspark. Er zeigt die Besiedlungsgeschichte dieses Landstrichs vom 9. bis zum 13. Jahrhundert. 

Auf dem Freigelände steht ein slawisches Dorf, wie es vor gut 1000 Jahren ausgesehen haben dürfte. 
Der Blickfang ist die Turmhügel-
burg
(Motte). So sahen "Burgen" um das Jahr 1000 aus, Zufluchtsort für die Bevölkerung bei Überfällen.

Motte 2014

Geschichtspark Bärnau 2014

Am Rand von Rothenstadt gibt es noch einen original Turmhügel. Allerdings steht auf ihm keine Motte mehr, sondern eine Kapelle.

Stadthäuser, eine stattliche Herberge und ein bäuerliches Wohnhaus vermitteln einen Eindruck wie die Menschen im Hochmittelalter gelebt haben.

Der Geschichtspark wird  weiter ausgebaut.


Bärnau lag, seit Karl IV den Handelsweg von Nürnberg nach Prag aus steuerlichen und Prestigegründen nicht mehr über Wernberg und Vohenstrauß, sondern über Weiden und Bärnau trassieren ließ, an der Goldenen Straße. Teils auf original Wegen kann man heute vom Geschichtspark den Weg nach Tachau erwandern.


Lag  Bärnau bis 1990 praktisch am Ende der Welt - der Eiserne Vorhang versperrte die Wege nach Osten  - so rückt der Ort durch einen Grenzübergang nach Tschechien wieder mehr in den Focus des Verkehrs. Eine Umgehungsstraße führt den Verkehr seit 2015 aus dem verwinkelten Gassen der Stadt.
Die alle zwei Jahre stattfindenden  grenzüberschreitende Festspiele sind sichtlicher Ausdruck des regen Austausches. 

Durch den Niedergang der Knopfindustrie gingen viele Arbeitsplätze verloren (Eine Fabrik produziert noch in Hermanns-
reuth
). Der Fremdenverkehr kann  keine vollständige Kompensation schaffen. 
Geschäfte im Stadtkern müssen aufgeben werden, Häuser stehen leer.
Aber die Abwanderung der gut ausgebildeten Jugend in die Oberzentren mit adäquaten Arbeitsplätzen ist ein allgemeines Problem der Grenzregion.

Eng schmiegen sich die Bürgerhäuser um den Stadtplatz mit der Pfarrkirche St. Nikolaus von 1733. Sie gilt als "Juwel des Bauernbarocks".

Kirche 2014

Weit geht der Blick über den Grenzübergang Bärnau ins Nachbarland Tschechien. Der breite Grüngürtel bot einst freies Schussfeld bei Grenzverletzungen. 
Zwei Gebäudekomplexe für den Grenzübertritt nach der Wende noch schnell gebaut - seit 2008 überflüssig. Es gibt keine Grenzkontrollen mehr.

Grenzübergang Bärnau 10

Grenzlandturm 2013

Wer Einsamkeit und wenig Komfort bevorzugt, kann sogar zur Sommerzeit im Grenzlandturm übernachten. Geöffnet ist er nur sonntags.

Die Straße führt ins nahe, sehenswerte Tachau (Tachov).


Rechts lugt aus dem Wald auf dem Steinberg ganz klein ein Aussichtsturm (Grenzlandturm), an seinem Fuß das Naturdenkmal Tillyschanze.
Hinweis:
In der Gemeinde Eslarn gibt es den Grenzübergang Tillyschanz.

 

Grenzlandturm

Nur ein paar Schritte sind es bis zur nahen tschechischen Grenze. Bei seiner Erbauung 1903 gab es sie allerdings noch gar nicht. Der Freisinger Professor Mayer, gebürtiger Bärnauer, wollte hier einen exotischen, botanischen Garten anlegen. Das raue Oberpfälzer Klima setzte der  Idee rasch ein Ende.
Der eiserne Vorhang mit martialischen Wach- posten und Stacheldraht machten den Turm nach 1945 eher zu einem Ort des Schreckens, denn zu einem Ausflugsziel. 
2004 übernahm der Festspielverein aus Bärnau die Betreuung.

Luftbilder von (23/35) Ortsteilen der Gemeinde   Ahornberg - Altglashütte - Beierfeld - Ellenfeld  - Grün - Hasenbühl - Heimhof - Hermannsreuth - Hohenthan - Iglersreuth - Kaltenmühle - Lippenhaus - Naab - Ödwaldhausen - Schwarzenbach - Silberhütte - Steinbergkirche - Stöberlhof - Tännersreuth - Thannhausen - Wendern - Zeitmannshof - Ziegelhütte 


Naab 2013

Naab

In der Oberpfalz meint man mit Naab gemeinhin den Fluss, der bei Mariaort, Nähe Regensburg, in die Donau mündet. 

Vor Bärnau gibt es auch eine Ortschaft namens Naab. Und beide haben etwas miteinander zu tun. 

Naab ist nämlich das erste Dorf das der Fluss (hier heißt er  noch  Tirschenreuther Waldnaab) durchfließt.

Die Waldnaab entspringt am Nordosthang des Entenbühl (Der Kreuzbrunnen liegt noch genau 3 m auf deutschen Boden!), fließt dann nach Tschechien und kehrt nach 1,3 km wieder in die Oberpfalz zurück.